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Mit Nr. 6 in die Sonne – Towards sunshine with bus no. 6

Pünktlich zum Wochenende gab es mal wieder strahlenden Sonnenschein und T-Shirt-Temperaturen. Grund genug also, sich in den Bus Nr. 6 zu setzen und in Richtung Broad Weir zu fahren. Diesmal ging’s aber nicht in den Castle Park, sondern nach einem kurzen Abstecher in die Mall auf direktem Weg die Broad Road runter und in Richtung Christmas Steps – zum täglichen Bergsteigen. Da ich heute nicht in der Schule war, musste ich schließlich eine Alternative finden. Die Christmas Steps führen einen von vielen Bristoler Hügeln hinauf und befinden sich in einer kleinen Straße, die bereits in der Frühen Neuzeit zur Stadt gehörte. Am Fuß der Christmas Steps findet man einen urigen Pub names „The Three Sugar Loaves“ und wenn man die Stufen hinauf geht, dann säumen die Gasse links und rechts viele kleine Galerien und Geschäfte, z.B. ein Philatelist, der antike Briefmarken verkauft oder eine total niedliche Boutique, die sich auf Fest- und Brautmoden spezialisiert hat. Ich will nicht wissen, was ein Kleid dort kostet, denn allein die Lage des Geschäfts ist der absolute Knaller. Das kann man sich vielleicht schlecht vorstellen, wenn man es selbst noch nicht gesehen hat, aber diese Gasse ist schon etwas Besonderes. Während es in Bristol sonst fast überall relativ laut und hektisch zu geht, scheinen die Christmas Steps den Alltag vollkommen draußen zu lassen. Es kommt einem bald vor, als wäre man gar nicht mehr direkt im Zentrum, sondern in irgendeinem kleinen alten Dorf. Oben angekommen befindet sich rechter Hand „The Chapel of the three Kings of Cologne“ – eine Kapelle auf dem Gelände, auf dem ein früherer Bürgermeister von Bristol sein Haus erbauen ließ. Ein Haus übrigens, das ich auch nicht ablehnen würde. Ihr könnt euch also denken, dass es ganz wunderbar alt und verwinkelt ist – typisch englisch irgndwie. Aber weiter mit meiner Tour, denn weil der Berg noch weiter nach oben führte, bin ich einfach mal bis ganz oben marschiert und habe noch eine alte Kirche entdeckt, die irgendwie zur Uni gehört, die ganz oben auf dem Berg einige Kliniken hat. Die Fenster waren zwar mit Sperrholz zugenagelt, aber wenn man den Schildern glaubt, die im meterhohen Gras standen, dann finden dort tatsächlich noch regelmäßig Gottesdienste statt. Aber das ist ja sowieso relativ egal, denn ich schlafe am Wochenende lieber aus als dass ich mich aus dem Bett und den Berg hoch quäle. Wieder unten angekommen, hab ich mir erstmal ‘ne Auszeit im Hafen gegönnt. Mit leckerem Waldbeeren-Smothie in der Sonne sitzend, hab ich ganz gemütlich auf einer der Hafenterrassen gesessen und einen ausführlichen Brief geschrieben – zumindest in der Zeit, in der mich nicht irgendwelche Leute angequatscht haben. Am ausdauerndsten war dabei eine Inderin, die sich an meinen Tisch gesetzt hatte und sich ursprünglich ganz unauffällig verhalten hatte. Allerdings war ihr wohl langweilig geworden und so hat sie mich die ganze Zeit mit Fragen zu Deutschland gelöchert, Vergleiche zu England gefordert und immer wieder betont, wie toll wir jungen Menschen es doch haben. Nach etwa 45 Minuten musste sie dann irgendwo hin und ich konnte mich weiter meinem Brief widmen. Danach gab’s dann noch ein paar Promotion-Geschenke von Topshop-Promotern und dann hab ich mich in Richtung Zentrum verkrümelt, nachdem ich nochmal über den St. Nicholas Market geschlendert bin. Schnell noch ein paar Einkäufe bei Superdrug und Tesco und dann ab in den Bus. Über die Gespräche dort könnte ich mittlerweile ein Buch schreiben – einfach der totale Brüller. Nun genieße ich aber weiter Take That im britischen TV und verabschiede mich bis zum nächsten Mal.


*** English version:

Brilliant timing, now that the weekend is there sun’s come back again and you can run around in T-shirts. Perfect reason for getting on bus no. 6 to drive towards Broad Weir, but this time not for sunbathing in the Castle Park, but to directly go down the Broad Road to see the Christmas Steps after a short trip to the Mall.After all I need my daily rock climbing – so the Christmas Steps were the perfect alternative for my way to school. They do lead to the top of one of Bristols many hills and are located in a narrow little road that even existed in the Early Modern Period. At the bottom of the steps you find a lovely rustic pub called “The Three Sugar Loaves“ and when you go upstairs you see lots of small shops on the left and right side, e.g. a philatelist selling old stamps or a cute boutique specialized on ball and wedding gowns. I don’t want to know how much such a dress costs, because alone the location is absolutely amazing. I guess it’s hard to imagine without having seen it, but this little alley is really something special. While Bristol is pretty busy and hectic everywhere this place just feels like it was leaving the noise outside to create a feeling that makes you feel like you were not in the middle of a large city, but in a small village in the country. On top of the steps there is “The Chapel of the Three Kings of Cologne“ on the right – a chapel that was built on the ground of a former mayor of Bristol and the house next to it is so cute that I would move in at once. As you can imagine it’s adorably old and labyrinthine – typically English somehow. But we go on with my tour, now, as the hill was not completely climed by that point. So I went on walking up and found an old church that somehow belonges to the university that has some clinics at the top of the hill. Although the windows were nailed up with plywood there are some signs stating there are regular services, but I don’t know if that’s true and actually it doesn’t really matter as I prefere to sleep in at the weekend, but get up a hill too early. Down again, I relaxed at the sunny harbourside having a delicious wild berry smoothie and writing a long letter – at least I tried to do so when I was not interrupted by any people. The most endurant person was an Indian woman who sat down at my table and was behaving quite low-key at first, but then she somehow felt bored or something and she started to pepper me with questions on Germany, demanded comparisons with England and stated again and again how lucky young people were nowadays. After 45 minutes of smalltalk terror she had to leave and I could finish my letter. Afterwards I got some stuff from girls promoting the new Top Shop and went to the City Centre again after wandering around St. Nicholas Market. There I just did some shopping at Superdrug and Tesco’s and then I went back to Kingswood by bus and going by bus in Bristol can be real fun. You hear such funny stories so that you could actually really write a book on it – hilarious. But I keep on enjoying Take That on British television now, so goodbye until the next time.

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Erkundungstour – Exploring Bristol

So liebe Leute, da bin ich wieder. Gestern Abend war ich zu faul noch was zu schreiben, deshalb wird das jetzt nachgeholt. Ich hab ja Zeit, weil noch die ganze Woche frei. Wie, ganze Woche frei? Ja, das war eines der Ergebnisse meines gestrigen Schulbesuches und Gesprächs mit Herrn Cook, dem Leiter des Verwaltungs- und Finanzbereiches. Außerdem geht es dann am Montag richtig und hochoffiziell los. Derweil hab ich erst mal Zeit für mich, also zum Eingewöhnen und Gegend erkunden.

Hab ich gestern dann auch gleich gemacht, als ich wieder von meinem täglichen Marsch zurück gekommen bin. Da steht übrigens noch ‘ne kleine Korrektur an. Die Entfernung zu Hause und Schule beträgt nämlich keine 1,0 km, sondern 1,0 Meilen und das wiederum bedeutet, ich renne hier täglich 1,6 km den Berg runter und nach der Schule wieder hoch. Kein Wunder, dass ich mich über jede Minute freue, in der ich Sneaker oder ähnlich bequeme Schuhe tragen darf.

Hab ich gestern dann auch gleich gemacht als ich mich auf große Erkundungstour begeben hab. Eigentlich ist die Bushaltestelle direkt um die Ecke, allerdings war der Bus gestern gerade abgefahren und so hab ich mir gedacht, guck ich mir mal die High Street an – die Hauptgeschäftsstraße hier in Kingswood, direkt an der Grenze zum Stadtteil Staple Hill. Das waren dann noch mal 1,3 km – damit man mal nen Eindruck meines täglichen Laufpensums bekommt, ne? Da war ich dann zu erst bei der Royal Bank of Scotland, weil ich mir da ein Konto eröffnen lassen wollte, aber da war’s mir zu voll, also bin ich dann zu Lloyds TSB spaziert. Am Montag hab ich nun ‘nen Termin. Scheint auch alles sehr viel unkomplizierter zu sein als ursprünglich erwartet und in der Info-Broschüre des PAD ausgedrückt. Aber ist ja eher besser als schlechter, von daher sehr gut – weniger Probleme für mich. Danach bin ich dann in ein Post Office, von dem ich annahm, das es simple SIM Karten verkaufen würde, tat es aber nicht, also in ‘nen Handyladen. Dort konnte mir der Verkäufer allerdings nicht sagen, wie teuer es beispielsweise ist, SMS mit einer britischen Vodafone-Karte zu schreiben. Nett war er aber trotzdem, hat mich sogar zur Konkurrenz geschickt. Das erlebt man in Deutschland ja doch eher selten.

Wie auch immer, anstatt zur Konkurrenz bin ich lieber ins Zentrum gefahren. Ich dachte mir, die wird’s da bestimmt auch geben und ich hatte Recht, was für ‘ne Überraschung, ne? 😉 Aber erstmal zur Busfahrt, die war nämlich auch ein Erlebnis für sich. Die Busfahrer hier sind nämlich berühmt berüchtigt. Angeblich sollen die ganz schrecklich unfreundlich und muffelig sein. Meiner war eigentlich ganz freundlich, sogar noch als ich das Ticket falsch aus der Druckmaschine riss und somit zerstörte. Er guckte mich nur an wie’n Auto und meinte „What did you do?“ („Was haben Sie gemacht?“) Wär das nicht so peinlich gewesen, hätte ich mich tot gelacht, so hab ich mich mit Unschuldsmiene auf meinen Platz verkrümelt und mir gedacht, wie toll, dass ich in Kingswood wohne und nicht in einigen Gegenden, durch die der Bus fuhr. Easton zum Beispiel – Kreuzberg und Neukölln in Berlin sind ein Scheißdreck dagegen. Da sieht man ja immerhin hin und wieder mal Deutsche oder Europäer, in Easton waren alle entweder afrikanischen Ursprungs oder Araber mit Turban oder Schleiern. Ziemlich krass. Jamie meinte abends dann auch, dass das nicht unbedingt eine Gegend sei, in die man als Weißer gehen sollte. Man sei dort nicht wirklich gern gesehen – gut zu wissen.

Nach kurzem Kulturschock war ich dann im Zentrum, das einer einzigen Baustelle gleicht. Liegt daran, dass hier nächste Woche ein riesiges neues Einkaufszentrum eröffnen soll und wenn ich mir die Ausmaße der Baustelle angucke, dann wird es das größte, das ich bisher überhaupt gesehen habe. Aber gut, mehr dazu wenn es eröffnet ist. Ich hab mir dann nur schnell eine SIM Karte besorgt, bei der mich SMS in England nur 5 p kosten, ins Ausland ein wenig mehr. Ist okay, denke ich, mehr hab ich damit ja auch nicht vor. Im Anschluss bin ich dann noch ein wenig durch die Stadt geschlenkert und hab mir einen kleinen Park in der Nähe des Avon angeguckt, in dem es einige alte Ruinen und eine schöne alte Kirche gibt. Die Bushaltestelle zurück lag gleich in der Nähe und so war auch die Rückfahrt ganz schrecklich entspannt. Was Neues hab ich hier trotzdem gelernt, immer wenn man aus dem Bus aussteigt, bedankt man sich beim Busfahrer für die Fahrt. Hier sind aber alle auch schrecklich freundlich. Kein Wunder, dass es mir vorkommt, als seien Sorry und Cheers (sagt man hier anstellte von Thanks) die meist gebrauchtesten Wörter überhaupt. Aber gut, an Freundlichkeit ist ja nichts verkehrt. Zurück zu Hause lag dann nicht mehr viel an, bisschen Abendessen, quatschen und Fernseh gucken. Sonst hätte ich wahrscheinlich noch Kopfschmerzen gekriegt wegen all der ganzen neuen Eindrücke 😉

*** English version

My dear readers, here I am again. I was too lazy to write something last night, but there we go now. I have plenty of time this week. What plenty of time? Yepp, that was one of the results of yesterday’s meeting with Mr Cook who is the head of finances and administration at school. My real and official start will be on Monday. Until then I have time for settling in and exploring Bristol and that’s exactely what I did after coming home from my daily march. There is actually something I have to put right here: The way from home to school is not 1,0 km, but 1,0 mi – means I walk 1,6 km uphill and downhill everyday. No surprise then that I am glad about every minute I can wear sneakers or shoes that are comfortable, is it?

And wearing comfortable shoes is what I did when I went on my tour exploring Bristol yesterday. Actually the bus stop for the City Centre is just around the corner, but the bus I wanted to take was already gone so I decided to have a look at the High Street – the main route with stores and shops on the border between Kingswood and Staple Hill. By the way, the way to get there was another 1,3 km – just that you get an impression of my daily fitness training.Well, having arrived there, I went to the Royal bank of Scotland to open an account there, but there were so many people that I thought that it might take ages and that is my I went to Llyods TSB on the other side of the road. I have an appointment for Monday – so everythings seems to be much easier then actually expected which is absolutely brilliant. Afterwards I went to a Post Office as I thought they’d maybe sell SIM Cards, but as they don’t I went to a mobile store that was actually not able to tell me how much texts or calls are. Too bad, but he told me that another store would know and sent me there. In Germany nobody would send you to another store but theirs.

However, I did not go to the other store, but decided to go to the City Centre as I was sure there would be loads of mobile shops as well and I was right, what a surprise, isn’t it? 😉 But first of all, I’ll tell you something about the bus ride which was a real event. After all, Bristolian bus drivers are pretty famous for being rude and unfriendliy. Mine was quite nice even when I destroyed my ticket pulling it out of the maschine the wrong way. He just looked a bit shocked and said “What did you do?“ with a really weird facial expression. If it hadn’t been that embarrassing I would have laughed myself silly. So I just sat down with my most innocent air and thought how great it is to live in Kingswood and none of the areas the bus passed. There was Easton for example which was really shocking for me as there was really no white person in the streets, but only people of African origin or Arabs with turbans and women all covered with burqas. In the evening Jamie told me that Easton would not really be an area to go to as a white person as people down there prefere to be among their peer’s. Good to know that!

After my little cultural shock I arrived in the City Centre that is just in the middle of getting a new look as there are massive works on a new shopping centre that shall open about next week or something. But more on that when it’s open and when I have been there. Well, what else? I bought a SIM Card and can send texts all over the UK for just 5 p now. Texts to Germany or any aother country abroad are just a bit more expensive, so that’s really okay as I do not need it for anything else. Afterwards I wandered around the City and found a cute little park near river Avon with plenty of ruins and a really nice ancient church in it. The bus stop back to Kingswood was just around the corner – so there was no need for searching it or getting stressed. The ride back was not very exciting, but I learned something new – thanking your driver when getting off the bus. I guess that’s just one example for the kindness over here in the UK. It really feels as if every second word is sorry or cheers (that’s what most people say instead of thanks in Bristol), but it’s cool to see everyone’s that friendly. Back at home I had dinner and we talked a bit and sat in front of the TV. Yesterday, there was only one episode of “The Simpsons“, but I watched „Dawn gets naked“ which was a really cute documentary by Dawn Porter.

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