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Lage der Nation für Jule – State of the Union for Jule

Auf Wunsch einer einzelnen Dame, wir wollen ja keine Namen nennen, stimmt’s Jule, kommt jetzt mal wieder ein neuer Eintrag von mir. Da mein letztes Lebenszeichen vom Donnerstag stammte und ich heute, am Montag schreibe, heißt das, ich habe ein weiteres Wochenende in der Partyhochburg Bristol überlebt und das sogar richtig gut.

Am Freitag haben Aline und ich mal wieder bei Cider & Co. unseren Lieblingspub „The Crown“ unsicher gemacht. War eigentlich für 19.30 Uhr angesetzt, aber mein Bus entschied sich dann 30 Minuten Verspätung zu haben und so stand ich fast 40 Minuten an der Bushaltestelle und habe Smalltalk mit meinen Leidensgenossen gehalten. Sehr amüsant war, dass mindestens vier Busse der Linie 7 den Berg hinuntergefahren sind, 40 Minuten lang aber kein einziger von ihnen wieder hoch kam. Nach geraumer Zeit standen dann allerdings urplötzlich drei Busse auf einmal vor unserer Nase und so kam dann doch noch jeder dort an, wo er eigentlich hin wollte. Mit der Linie fahr ich aber trotzdem nicht mehr – meine Nr. 6 ist nämlich immer pünktlich und ihr wisst ja, ich kann Unpünktlichkeit bei anderen außer mir nicht leiden. Nun ja, nach schönem Abend im Pub ging es dann gegen Mitternacht wieder nach Hause, wo mich auch schon mein kleiner pelziger Mitbewohner sehnsüchtig erwartete. Nach ein paar Sprüngen auf meinen Laptop und ner ausführlichen Knuddelstunde hat er sich allerdings verkrümelt und mich bis morgens um 7 Uhr in Sicherheit schweben lassen. Dann ging’s in meinem Zimmer allerdings so richtig los – über’s Bett und unter den Schreibtisch, unter meine feinsäuberlich zusammengelegte Wäsche und noch dann noch ne Runde Krallenschärfen am Teppich und weiß ich wo. Nach einer halben Stunde war das Spektakel vorbei und ich konnte noch bis etwa 9 Uhr weiterschlafen, dann war ich allerdings so hellwach, dass ich aufstehen musste. Den Samstag hab ich dann ruhig angehen lassen, ich weiß gar nicht mehr genau, was ich überhaupt gemacht habe, jedenfalls bin ich dann abends zu Khatija spaziert und wir haben Nudeln gegessen, bevor wir weiter in Richtung City gefahren sind – mit europäischer Lenkung übrigens. Das gab ein paar ziemlich verwirrte Gesichter als wir an der Ampel standen. Zum „Vorglühen“ ging’s dann mal wieder ins „Agora“ mit den £1,95 Getränken. Das ist allerdings auch das einzig Gute an dem Laden, denn ab nem bestimmten Zeitpunkt wird die Musik dort so laut aufgedreht, dass an Unterhaltungen nicht mal mehr ansatzweise zu denken ist. Darüber trösten dann auch nicht die Getränkepreise hinweg, die im Vergleich zu normalen Pubs auch nicht so viel billiger sind, wie ich finde. Aber gut, ich bin sowieso eher der Pub-Typ. Ich find’s da einfach irgendwie kommunikativer und gemütlicher – gut also, dass wir nach ein, zwei Drinks weiter spaziert sind und einen ziemlich coolen Pub entdeckt haben – „The White Harte“. Da gab’s dann auch wieder lecker Cider und keinen Bacardi-Cola, wir konnten uns unterhalten und ja, war toll. Wann wir dann zu Hause waren, weiß ich gar nicht mehr so richtig, aber es war spät und ich bin nach ner Runde Computer spielen zum Runterkommen schnell ins Bett gefallen. Am Sonntag dann wieder morgendliches Theater mit Garfield und gemütliches Frühstück und dann ging’s zum Shoppen in die City. Fazit: böser, böser Cabot Circus! Man kauft dort eindeutig zu viel ein. Ich weiß schon, wohin ich mit einigen Bristolbesucher auf gar keinen Fall gehen darf, denn das hätte ein nicht so nettes Ende für Kreditkarten, Portemonnaies und den Koffer, der wieder nach Deutschland muss. Nicht, dass das nicht auch für mich gelten würde, aber ist ja für den Moment erstmal egal, ne? Nach fast fünfstündiger Shoppingtour durch ziemlich viele der 120 Geschäfte hab ich mich dann mit Aline im „@-Bristol“-Café getroffen, von wo aus wir dann später Richtung Bristol Cathedral spaziert sind. Dort warteten schon Alice und ihr Freund und nach ein paar Minuten kam auch Irish und Eva an. Zusammen sind wir dann zum Hafen gegangen, wo wir im „Pitcher & Piano“ Nachos gegessen und Preisfrage: was getrunken haben? Dem, der die richtige Antwort als Erster liefert, spendier ich selbiges Getränk bei Besuch in Bristol, ansonsten Pech gehabt 😛


*** English version:

On a special lady’s demand, we’re not mentioning any names Jule, are we, I’m writing another entry to my blog, now. As my last sign of life was on Thursday and today’s Monday you can see that I survived another weekend in partytown Bristol, but here we go:

On Friday, Aline and me have been to our favourite pub „The Crown“ again to have some Cider & Co. Actually we were meant to meet there at 7.30 pm, but as my bus decided to have a delay of 30 minutes I stood at the bus stop for 40 minutes and had smaltalk with my fellow sufferers. What was really weird is the fact that at least four busses of line 7 passed us and went down the hill, but none of them returned until there were suddenly three of them at the same time. Although we reached our aims really quickly I decided to keep on going into town only on my dear line 6 from now on. It is never late and it’s always very funny to go on this line as you can have really nice conversations. That’s how I got back home where Garfield was already waiting for me to cuddle him by the way and also jumped on my laptop a couple of times, but okay I interprete it as him being glad to see me. After some cuddles he went somewhere and left me in peace until 7 am when he suddenly started jumping through my room as if the devil himself was chasing after him. He jumped over my bed, hid under my desk and my clothes and sharpened his claws on the carpet and whereever. After doing this for almost 30 minutes he was so exhausted by his spectacle that he felt asleep again and got me another 1,5 h of sleep. My Saturday was quite relaxing though and I can’t even remember what I actually did, but in the evening I went to see Khatija’s house where we had some noodles before heading into town with her car that has a European steering. The confused faces when stopping infront of the traffic lights were so hilarious – especially the one of a little kid that might have never seen that before. Sooo cute! For predrinking we went to „Angora’s“ – the club with the £ 1,95 drinks again, but that’s really the only good thing about this place as from a certain point on the music is so loud that you can hardly understand anything. Not even the prices are a rebound for that, but I do think it’s not that cheap anyway when you compare it to real pubs which I absolutely prefere by the way. They are more comfortable and somehow more cummunicative or I am only more into pubs than in clubs – might be as easy as that. Well anyway, we found a really nice pub just off the Park Street that is called „The White Harte“ and yeah they were serving Cider and not only Bacardi-Cola there, we could understand each others words and it was a great night in the end. Don’t even know when we were back home again, but I went to bed pretty soon after calming down with some games on „Who has got the biggest brain“.

My Sunday started with another performance of Garfield and a nice breakfast and it continued with power shopping at Cabot Circus. Bad bad place! You definitely buy way too much there! I really know that I shouldn’t take some of my friends and family there when they come to visit me as they might get serious problems with their debit cards, their purses and their suitcases that will weigh far too much on their ways back to Germany. Not that this would not apply to my, but it doesn’t matter at the moment as I am here, does it?

After almost fives hours in many of the 120 shops at Cabot Circus I went to see Aline in the „@-Bristol“ café where we met to go to the Bristol Cathedral together to see Alice and her boyfriend, Eva and Irish. Altogether we went to the harbourside again where we had some Nachos and guess what at the „Pitcher & Piano“!? Who finds the right answer will get the drink when visiting me over here and who doesn’t visit me, but wants the drink gets a bad break 😛

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Top 3 aus dem Kuriositätenkabinett or Top 3 of British quirks

Nach einem mehrstündigen Telefonmarathon war es gestern fast Mitternacht als ich ins Bett kam. Dass ich da keine Lust mehr hatte, noch einen Blogeintrag zu schreiben, dürfte klar sein, aber ich will euch ja nichts schuldig bleiben und so kommen hier wieder ein paar neue Zeilen aus Bristol. Die solltet ihr übrigens ganz besonders wertschätzen, denn ich muss hier in der Schule gerade die wildesten Tastenkombinationen benutzen, um Umlaute zu zaubern. Und da ihr ja mein wunderbares Gedächtnis kennt, werdet ihr euch denken können, dass ich alle zwei Sekunden nachschauen muss, ob ich auch die richtige Kombination genommen habe. Schrecklich verwirrend, aber das ist nicht das einzige, was hier anders ist als Deutschland und so lasse ich euch jetzt mal die TOP 3 meines persönlichen britischen Kuriositätenkabinetts sehen.

Geldautomaten

Großbritannien ist mehr als gut mit Geldautomaten ausgestattet. Es gibt sie an jeder Ecke, von jeder Bank und so ist es kein Problem, sich mit Bargeld zu versorgen. Man sollte dabei nur im Hinterkopf behalten, dass man hin und wieder eine Schubkarre brauchen könnte, wenn man Geld abhebt, denn das höchste, was bei mir bisher aus dem Geldautomaten gekommen ist, war ein 20-Pfund-Schein. Besonders toll ist das dann, wenn man seine Miete bezahlen will und 400 Pfund in 10-Pfund-Scheinen aus dem Schlitz schießen. Das Portemonnaie kriegt man dann nämlich nicht mehr zu.

Esskult- äh Nahrungsmittel

Gestern war ich mit Khatija, der neuen Französischassistentin, in der Kantine und zum Mittags gab es eine Backkartoffel, hier Jacket Potatoe, gefüllt mit Bohnen. Sah erstmal gar nicht schlecht aus, schmeckte aber so. Die Sauce war eine Mischung aus süß, ketchuplastig und undefinierbar – alles in allem nicht empfehlenswert und eher abartig als lecker. Allgemein haben die es hier nicht so mit Esskultur, glaub ich. Ein Essen schmeckt wie das andere, weil Salz und Pfeffer äußerst sparsam eingesetzt werden und vom Brot ja ganz zu schweigen. Geschmacklos, labberig und irgendwie nur erträglich, wenn man es lange genug im Toaster foltert, weil es dann wenigstens den Hauch einer bissfesten Konsistenz bekommt.

Hotpants und ihr Einfluss auf die Geburtenrate

Die Mädels rennen hier mit 13 Jahren manchmal rum als kämen sie direkt vom Babystrich. Echt erschreckend, dass ihre Eltern sie so aus dem Haus lassen, aber das scheint hier kein regionales Phänomen zu sein, denn meine Schottlandkorrespondentin, Frau Möller hat aus dem Norden des Landes Ähnliches gemeldet. Mit Hotpants, High Heels und möglichst tiefem Dekolleté ausgestattet, geht es dann auf Männerfang. Kein Wunder also, dass hier alle in meinem Alter mindestens ein Kind an der Hand und eins im Kinderwagen zu liegen haben. Aber gut, das hält die Geburtenrate oben, nicht wahr?

*** English version:

After having been on the phone for hours last night, it was somewhen past midnight when I went to bed and it’s clear that I had different things in mind than writing a new entry for my blog then, but as I don’t want you to moan about not hearing anything from me, here are some new lines from Bristol, which you by the way really have to appreciate as I am writing on a UK keyboard – means that I have to press the weirdest key combinations ever to get some German umlauts. But these key combinations are not the only strange things over here and that is why I will now present my TOP 3 of British quirks to you.

Cash mashines

There are millions of cash mashines in the UK. You can find them everywhere and they are put there by all possible banks so it’s absolutely no problem to get some cash, but you should really keep in mind that you might need a barrow to get your money home as these mashines tend to only give you £10 and £20 notes. Really great when you want to pay your rent and get £400 in 40 notes. It’s impossible to close you wallet with that amount of notes in there, believe me!

Eating hab- ehm food

Yesterday, I went to cantine with Khatija, the new French Assistant at John Cabot, and we had a jacket potatoe filled with beens there. It did not look that bad, but it was. The sauce was a mixture of something sweet, ketchup and another something that I couldn’t define – all in all, it was definitely not a meal to be recommended to anybody and more disgusting than delicious. But I guess that’s a general thing with British food. They do not seem to have good eating habits over here, after all, as every dish tastes the same, but I’m sure that’s because they have no clue about how to use salt, pepper and other spices properly. Same with bread: it has no taste at all, is wishy-washy and can only be eaten after toasting it for quite a long time.

Hotpants and their effect on the British birthrate

The teenage girls over here dress as if they’d walk the streets, it’s really amazing to see that their parents let them out of the house looking like that, but it doesn’t seem to be a regional phenomenon as Scotland correspondent Ms. Möller reported that she saw similar things up in the north of the country. Wearing hotpants, high heels and as less as possible to cover their breasts they go on the pull and taking that into consideration it’s no wonder that every girl my age seems to have at least one kid on their hand and on lying in the pram. But okay, it keeps the birthrate up, doesn’t it?

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Unser Sonntag in Clifton – Our Sunday in Clifton

Ob ihr’s glaubt oder nicht, aber ich habe mir gestern echt ‘nen kleinen Sonnenbrand eingefangen. Es war wieder mal ein wundervoller Tag und wir hatten einmal mehr richtig viel Spaß dabei, Bristol zu erkunden. Nach einem Spaziergang entlang des Flusses Avon sind Aline, Eva, Vito und ich dann den Berg zur Clifton Suspension Bridge hoch marschiert, um von dort aus den wundervollen Blick über die Stadt zu genießen. Die Brücke selbst führt über das Avonbecken und verbindet Bristol’s Stadtteil Clifton mit den Leigh Woods in North Somerset. Sie wurde vom britischen Ingenieur Isambard Kingdom Brunel entworfen und ist wahrscheinlich eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bristol.

Obwohl der Aufstieg nicht unbedingt die beste Bewegung für meinen Fuß war (ihr kennt ja das Problem mit unebenen Untergründen), so hat sich der Spaziergang durch den kleinen Wald am Fuße der Brücke wirklich gelohnt. Von oben sieht man erstmal, wie groß Bristol eigentlich ist und obwohl Clifton nicht weit vom Zentrum entfernt ist, kommt es einem dort vor, als wäre man irgendwo auf dem Land. Weit und breit sieht man grüne Wiesen, Felder, Wälder und Felsen und es ist einfach nur wunderschön. Nachdem wir dann zweimal die Brücke überquert hatten, Vito’s Lektion über die Flora und Fauna des Avon Gorge Beckens gelauscht und mehrere Fotostops eingelegt hatten, entschieden wir uns, auf der Terrasse des Avon Gorge Hotels Mittag zu essen. Die Terrasse selbst liegt so toll, dass man beim Essen die ganze Zeit auf die Brücke gucken kann. Für mich gab’s Pita-Brot mit Möhren-Kümmel-Salat, Tzatziki und Hummus – war ganz okay, aber nicht das beste, was ich jemals gegessen habe, aber das Erlebnis wird wahrscheinlich auch einem anderen Land als England vorbehalten sein. Trotzdem war es dort richtig toll, weil wir uns alle richtig gut unterhalten haben und so die Möglichkeit hatten, uns noch ein bisschen besser kennenzulernen. Nach dem Essen ging es dann noch einen weiteren kleinen Hügel hinauf zur Sternwarte, wo wir dann Alice, eine weitere Fremdsprachenasssistentin aus Frankreich, getroffen haben. Wir waren also eine ziemlich bunt durcheinander gemischte Gruppe, was unsere Nationalitäten angeht: Aline und ich aus Deutschland, Eva, die auch Fremdsprachenassistentin ist, aus Spanien und Vito, der hier, glaube ich, als Ingenieur oder so arbeitet. Alles in allem also ein toller Tag mit tollen Leuten, der sehr viel Spaß gemacht hat.

*** English version:

Believe it or not, but I got a little sunburn, yesterday. It was such a brilliant day again and we did really have lots of fun exploring Bristol once again. After a walk along the river Avon, Aline, Eva, Vito and I climbed up the hill to the Clifton Suspension Bridge to enjoy the wonderful view over the city. The bridge itself is spanning the Avon Gorge and is connecting Bristol’s Clifton with the Leigh Woods in North Somerset. It was designed by Isambard Brunel and is possibly one of the most popular sights of Bristol.

Although climbing up there was not the best thing for my foot (you know the little problem with the movement when walking on uneven grounds) the walk through the forest was definitely worth it. From the top you can see quite a lot and get a good impression of how big the City of Bristol actually really is. And even though Clifton is not that far from the City Centre you absolutely feel like you were somewhere in the country. After crossing the bridge, getting a biological lecture by Vito on the plants growing in the Avon Gorge and various photo stops, we decided to have lunch on the terrace of the Avon Gorge Hotel that is facing bridge, so you can look at it from almost every point there. I had some Pitta bread with carott and cumin salad, hummus and tzatziki which was pretty okay, but not the best thing I’ve ever had. Neverthess it was absolutely fine there as we were having some nice conversations and got to know a bit better. Afterwards we went up another small hill to the Observatory where we met Alice another Foreign Language Assistant (FLA) from France. So there were Aline and I who are from Germany, Eva who is also a FLA and comes from Spain and Vito who is from Italy, but doesn’t work as a FLA, but as an engineer or something, I think. After all it was a really nice mixture of nations and it was really fun talking with each other and having a great day.

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Mit Nr. 6 in die Sonne – Towards sunshine with bus no. 6

Pünktlich zum Wochenende gab es mal wieder strahlenden Sonnenschein und T-Shirt-Temperaturen. Grund genug also, sich in den Bus Nr. 6 zu setzen und in Richtung Broad Weir zu fahren. Diesmal ging’s aber nicht in den Castle Park, sondern nach einem kurzen Abstecher in die Mall auf direktem Weg die Broad Road runter und in Richtung Christmas Steps – zum täglichen Bergsteigen. Da ich heute nicht in der Schule war, musste ich schließlich eine Alternative finden. Die Christmas Steps führen einen von vielen Bristoler Hügeln hinauf und befinden sich in einer kleinen Straße, die bereits in der Frühen Neuzeit zur Stadt gehörte. Am Fuß der Christmas Steps findet man einen urigen Pub names „The Three Sugar Loaves“ und wenn man die Stufen hinauf geht, dann säumen die Gasse links und rechts viele kleine Galerien und Geschäfte, z.B. ein Philatelist, der antike Briefmarken verkauft oder eine total niedliche Boutique, die sich auf Fest- und Brautmoden spezialisiert hat. Ich will nicht wissen, was ein Kleid dort kostet, denn allein die Lage des Geschäfts ist der absolute Knaller. Das kann man sich vielleicht schlecht vorstellen, wenn man es selbst noch nicht gesehen hat, aber diese Gasse ist schon etwas Besonderes. Während es in Bristol sonst fast überall relativ laut und hektisch zu geht, scheinen die Christmas Steps den Alltag vollkommen draußen zu lassen. Es kommt einem bald vor, als wäre man gar nicht mehr direkt im Zentrum, sondern in irgendeinem kleinen alten Dorf. Oben angekommen befindet sich rechter Hand „The Chapel of the three Kings of Cologne“ – eine Kapelle auf dem Gelände, auf dem ein früherer Bürgermeister von Bristol sein Haus erbauen ließ. Ein Haus übrigens, das ich auch nicht ablehnen würde. Ihr könnt euch also denken, dass es ganz wunderbar alt und verwinkelt ist – typisch englisch irgndwie. Aber weiter mit meiner Tour, denn weil der Berg noch weiter nach oben führte, bin ich einfach mal bis ganz oben marschiert und habe noch eine alte Kirche entdeckt, die irgendwie zur Uni gehört, die ganz oben auf dem Berg einige Kliniken hat. Die Fenster waren zwar mit Sperrholz zugenagelt, aber wenn man den Schildern glaubt, die im meterhohen Gras standen, dann finden dort tatsächlich noch regelmäßig Gottesdienste statt. Aber das ist ja sowieso relativ egal, denn ich schlafe am Wochenende lieber aus als dass ich mich aus dem Bett und den Berg hoch quäle. Wieder unten angekommen, hab ich mir erstmal ‘ne Auszeit im Hafen gegönnt. Mit leckerem Waldbeeren-Smothie in der Sonne sitzend, hab ich ganz gemütlich auf einer der Hafenterrassen gesessen und einen ausführlichen Brief geschrieben – zumindest in der Zeit, in der mich nicht irgendwelche Leute angequatscht haben. Am ausdauerndsten war dabei eine Inderin, die sich an meinen Tisch gesetzt hatte und sich ursprünglich ganz unauffällig verhalten hatte. Allerdings war ihr wohl langweilig geworden und so hat sie mich die ganze Zeit mit Fragen zu Deutschland gelöchert, Vergleiche zu England gefordert und immer wieder betont, wie toll wir jungen Menschen es doch haben. Nach etwa 45 Minuten musste sie dann irgendwo hin und ich konnte mich weiter meinem Brief widmen. Danach gab’s dann noch ein paar Promotion-Geschenke von Topshop-Promotern und dann hab ich mich in Richtung Zentrum verkrümelt, nachdem ich nochmal über den St. Nicholas Market geschlendert bin. Schnell noch ein paar Einkäufe bei Superdrug und Tesco und dann ab in den Bus. Über die Gespräche dort könnte ich mittlerweile ein Buch schreiben – einfach der totale Brüller. Nun genieße ich aber weiter Take That im britischen TV und verabschiede mich bis zum nächsten Mal.


*** English version:

Brilliant timing, now that the weekend is there sun’s come back again and you can run around in T-shirts. Perfect reason for getting on bus no. 6 to drive towards Broad Weir, but this time not for sunbathing in the Castle Park, but to directly go down the Broad Road to see the Christmas Steps after a short trip to the Mall.After all I need my daily rock climbing – so the Christmas Steps were the perfect alternative for my way to school. They do lead to the top of one of Bristols many hills and are located in a narrow little road that even existed in the Early Modern Period. At the bottom of the steps you find a lovely rustic pub called “The Three Sugar Loaves“ and when you go upstairs you see lots of small shops on the left and right side, e.g. a philatelist selling old stamps or a cute boutique specialized on ball and wedding gowns. I don’t want to know how much such a dress costs, because alone the location is absolutely amazing. I guess it’s hard to imagine without having seen it, but this little alley is really something special. While Bristol is pretty busy and hectic everywhere this place just feels like it was leaving the noise outside to create a feeling that makes you feel like you were not in the middle of a large city, but in a small village in the country. On top of the steps there is “The Chapel of the Three Kings of Cologne“ on the right – a chapel that was built on the ground of a former mayor of Bristol and the house next to it is so cute that I would move in at once. As you can imagine it’s adorably old and labyrinthine – typically English somehow. But we go on with my tour, now, as the hill was not completely climed by that point. So I went on walking up and found an old church that somehow belonges to the university that has some clinics at the top of the hill. Although the windows were nailed up with plywood there are some signs stating there are regular services, but I don’t know if that’s true and actually it doesn’t really matter as I prefere to sleep in at the weekend, but get up a hill too early. Down again, I relaxed at the sunny harbourside having a delicious wild berry smoothie and writing a long letter – at least I tried to do so when I was not interrupted by any people. The most endurant person was an Indian woman who sat down at my table and was behaving quite low-key at first, but then she somehow felt bored or something and she started to pepper me with questions on Germany, demanded comparisons with England and stated again and again how lucky young people were nowadays. After 45 minutes of smalltalk terror she had to leave and I could finish my letter. Afterwards I got some stuff from girls promoting the new Top Shop and went to the City Centre again after wandering around St. Nicholas Market. There I just did some shopping at Superdrug and Tesco’s and then I went back to Kingswood by bus and going by bus in Bristol can be real fun. You hear such funny stories so that you could actually really write a book on it – hilarious. But I keep on enjoying Take That on British television now, so goodbye until the next time.

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Zwischen Neugier und Ahnungslosigkeit – Between curiosity and having no idea

Wochenende! Und das hab ich mir auch mehr als verdient, nach meinem so anstrengenden Arbeitstag, nicht wahr, Herr Mitbewohner? Ich war heute nämlich ganze 110 Minuten in der Schule, von 13.20 Uhr bis 15.10 Uhr – sollte ich mich verrechnet haben, stellt diese Info die eigentliche Zeitspanne da.

War wieder sehr spaßig, erst eine Einzelstunde mit Georgie – ganz nettes Mädchen mit wirklich super Deutschkenntnissen und das mein ich gerade mal nicht ironisch, sondern absolut ernst – war nämlich selbst überrascht und danach dann noch eine Doppelstunde mit der 11. Klasse. Lustigerweise behandelt hier gerade jede Altersstufe das selbe Thema – alle schreiben Aufsätze zum Thema „Meine Stadt“ und alle nörgeln rum, weil sie 150 bis 180 Wörter definitiv zu viel finden. Wenn man sich mal anschaut, was sie so aufschreiben, dann versteht man diese Einstellung auch, denn irgendwie scheint ihnen nicht so richtig was zu dem Thema einzufallen. Daher bin ich immer in der Rolle des Anstupsers und gebe Ratschläge, was man denn alles über Bristol schreiben soll. Hilft also gerade ungemein weiter, dass ich mich im Vorfeld so gut informiert habe. Allgemein ist also heute in der Schule nicht sonderlich viel passiert. Gestern hatte ich eigentlich eine Stunde mit Jonathan, aber der wusste noch nichts von seinem Glück und war nicht da, also erst mal zwei Stunden Pause und dann fleißig Doppelstunden in den verschiedensten Altersklassen und eine Stunde mit Emily.

Allgemein, lässt sich sagen, dass die Schüler zwar alle sehr unterschiedliche Sprachniveaus haben, aber sehr offen für Ratschläge und Anregungen sind. Was auch absolut schön ist, hier bedanken sich die Schüler nach jeder Stunde dafür, dass man ihnen etwas erklärt oder beigebracht hat. Bisher sind die Jungs alle sehr viel offener als die Mädels – zumindest ist das in den oberen Klassenstufen so. Die Kleineren sind allesamt neugierig und durchlöchern einen mit Fragen, in der Oberstufe sind es die Jungen, die auf einen zukommen, um Hilfestellungen bitten und auch abseits des Unterrichts das Gespräch suchen. Fußball ist eines unserer Lieblingsthemen und einige kennen sogar Hansa, juchu! Denen drücke ich natürlich auch aus der Ferne die Daumen, auch wenn ich hier im wahrsten Sinne des Wortes auf der Insel lebe und wenig über das Leben in Deutschland erfahre, wenn ich mich nicht gerade im Internet informiere, aber so ist das, wenn man unbedingt ins Ausland will, stimmt’s?

*** English version:

Weekend! And I truely deserve it after my more than hard working-day, don’t I, my dear Mr. Roommate? I have been at school for 110 minutes today, from 1.20 pm to 3.10 pm to be precise – just in case I was calculating the wrong way.

School was once again great fun. First of all I had an individual lesson with Georgie who is a really nice girl whose German is absolutely briliant and that’s not meant in an ironic way, but really true – I was surprised myself and afterwards I had a double session with grade 11. Funny enough every class, no matter what age they are, is dealing with the same topic at the moment – they’re all writing essays or course works on “My town“ and they’re all arguing that 150 to 180 words are far too much. When you consider what they are writing you really might understand them as they really seem to have no idea what to write about. Luckily I read a lot on Bristol before coming over and so I can give suggestions on what they could write about although they should actually know themselves. All in all there wasn’t much going on at school today. Yesterday, I was supposed to give an individual lesson to Jonathan, but he did not turn up, so I had a break and some double sessions and an individual one with Emily afterwards.

In general you can say that all students, although they really have different levels concerning their knowledge of the German language, are really open towards notes and suggestions you make to improve their sentences or texts. What is really nice is that everybody thanks you for teaching them or explaining something after each lesson. Should be introduced in Germany, as well. By now the boys are more open than the girls – at least that’s what I experienced in the older classes. The younger ones are altogether really curious about everything and ask question on whatever you can think of, among the elder ones it’s the boys who ask for advice or start a chat in the hall. Our favourite topic is definitely football. Some of them do even know Hansa which is really cool and I am, of course, crossing my fingers for them even over here. Unfortunately, I don’t hear much about the things going on over there in Germany if I do not read the news on the Internet, but hey, it was me who chose to live abroad and on an island, wasn’t it

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Zwischen Auf- und Zusammenbruch or Between break-up and break-down

That's what organising things sometimes feels like

That's what organising things sometimes feels like

Stress, Hektik, Chaos und die ersten Abschiede – so sieht mein Alltag momentan aus. Aber auch Vorfreude, Spannung und freudige Erwartungen auf das, was mich in Bristol erwarten wird, mischen sich dazu.

Am Dienstag habe ich den Anruf von meiner zukünftigen Schule bekommen, am Sonntagabend geht dann der Flieger aus Berlin Schönefeld. Soll schließlich alles so schnell wie möglich gehen. Ab Montag bin ich dann an der John Cabot Academy im Osten Bristols unterwegs. Etwa 1100 Schüler werden dort von, so vermittelt es die Homepage, einer ganzen Armada an Lehrern, Assistants und allen möglichen Spezialisten unterrichtet. Die Schule selbst scheint ein totaler Glücksgriff zu sein, der Webauftritt verspricht zu mindestens Einiges. Mehr dazu aber, wenn ich die ersten Eindrücke gesammelt habe.

Nur etwa 800 m von der Schule entfernt liegt dann mein neues Zuhause auf Zeit. Adresse und Telefonnummern gibt’s auf Anfrage oder ihr bekommt sie in einer meiner Mails geschickt. Hier haben sie jedenfalls nichts zu suchen 😉 Wohnen werde ich bei Jamie und seiner Katze, ebenfalls in Kingswood. Bevor es allerdings los geht, ist hier noch einiges zu erledigen. Dafür bin ich heute auch mal extra früh aufgestanden – Easyjet ihre doofe Doppelbuchung zurücknehmen lassen, Post wegbringen, großes Paket schnorren und dann ab zur Bank. Da dauerte es ziemlich lange, aber es gab ja auch ziemlich viel zu tun. Erst hab ich Tschechische Kronen für Püppi Princess besorgt und dann ging’s ans Eingemachte: Identität für die KfW-Förderung überprüfen lassen (dauerte ziemlich lange, weil von A nach B und wieder zurück telefoniert werden musste) und dann Referenzschreiben für die britische Bank besorgen, damit das Kontoeröffnen vor Ort auch ohne Probleme klappt. Super nur, dass kein Mensch mit Englischkenntnissen in der Filiale zu Gegen war. Aber dafür hab ich ja extra mein Material vom PAD mitgebracht. Nach zwei Mal Korrekturlesen war dann auch alles in Ordnung und ich konnte meinen Marsch durch Laage-City fortsetzen, um zu Hause zu hören, dass mein mühevoll ergatterter Karton viel zu klein ist. Jetzt hab ich einen von der Friseurin meines Vertrauens bekommen, die nebenbei gerade einen Brautmodenverleih aufbaut. Aufschrift auf den Kartons: Care Slips Large – hoffen wir also, dass ich das Paket entgegen nehmen kann, bevor Jamie es zu Gesicht bekommt. Sonst befürchtet er wahrscheinlich noch, ich hätte ein wässriges Problem und überlegt sich das mit dem Zusammenwohnen noch einmal. Mission: das muss verhindert werden! 😉

*** English version

Stress, hectic, chaos and the first farewells are teh things that describe my daily routine best at the moment. But anticipation, excitement and curistity on what Bristol will be like mix up with everything, so you can guess there’s a mixed bag of emotions in my head.

On Tuesday I got a call from my future school and on Sunday I’ll be leaving for Bristol from Berlin Schönefeld as everything shall go as fast as possible. From Monday on I’ll be exploring the John Cabot Academy in East Bristol. There are 1100 pupils who are taught by a whole armada of teachers, assistants and specialist on whatever you can think of – at least that’s what the homepage imparts. The school itself seems to be a real lucky strike, but I’ll tell you more about it as soon as possible.

My future home will only be around 800 m away from school. You’ll get my address and telephone number on demand or with one of my mails within the next couple of days. Don’t want everybody to have access to them on here 😉 Well, I’ll be living in Kingswood as well – with Jamie and his cat. But before finally leaving there are still several things to be done and because of that I got up pretty early this morning as I had to – make Easyjet take back their stupid double booking, go to the post office, beg for a lange parcel to send my stuff away with and go to the bank as well. The bank was what took most of my time as there was pretty much to do there: First of all I picked up the Czech Crowns that I ordered for Püppi Princess and then I had to have my identity checked for my KfW founding which seemed to be an endless affair as A had to call B who had to call A to Z, but everything worked as planned and so we could start dealing with the letter of reference for my future bank in the UK. What made it a little tricky was the fact that there was nobody available who spoke English, but clever me went there with a folder I got from the PAD that gave an example of how to write the text and after two times of correcting mistakes I was able to take my letter home and continue my march through Laage-City to be told that my great parcel was way too small for all my stuff when finally arriving at home. Now I got a parcel from my well-trusted hairdresser who just builds up a second business renting wedding dresses. And what’s the box tagged with? There’s written “Care Slips Large“ in large bold letters on it 😀 Hopefully I’ll get the parcel before Jamie sees it, because if I don’t he might think I have a little problem with my bleb and rethinks about me moving in. My mission: avoiding that! 😉

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Was für Augen und Ohren – Something to watch and listen

Damit ihr auch alle bei Laune gehalten werdet, gibt’s heute mal was Multimediales von mir. Für alle, die noch nicht so genau wissen, wo ich mich ab September aufhalten werde, hier mal ein nettes kleines Video mit den Highlights der Stadt. Für alle, die jetzt immer noch nicht genug haben, wartet unter dem englischen Part nun der Bristol Song von einem „ambitionierten“ Musiker. Auf den Text achtet man besser nicht, allerdings kommt der Name der Stadt im Song vor und auch Rhythmus und Melodie sind, soweit vorhanden, recht eingänglich. Also, einfach mal reinhören und bei Lust und Laune kommentieren oder diskutieren.

*** English version ***

To jolly you along, I decided to entertain you with something multimedia-based today. So here we have a short clip with Bristol’s highlights for all those of you who still have no idea where I’ll be from September on.

All those who still haven’t enough of Bristol can listen to the „Bristol Song“ by an “ambitious“ musician. You better don’t listen or pay much attention to the lyrics, but hey, you can hear the city’s name in it and, when to recognize they are there, rhythm and melody are quite catchy. So just check it out and discuss it by leaving comments.

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