Archive for November, 2008

Bei den Höhlenmenschen – Visiting the cave men

Ja, ich habe lange nichts mehr geschrieben und ja, ich gelobe Besserung. Wirklich sogar, denn ich hab meine treue Leserschaft in der Tat sträflichst vernachlässigt. Nicht mit Absicht, sondern, weil ich hier momentan alles andere als gelangweilt bin und, weil mein Blogeintrag der letzten Woche nach einem klitzekleinen Problem irgendwo in den Tiefen meines Laptops verschollen ging. Aber egal, ich habe die Feierlichkeiten zum Jahrestag von Gay Fawkes Attentat auf das britische Parlament inklusive anderthalb Wochen Nonstop-Feuerwerk hervorragend überstanden, die erste Woche Schule nach den Herbstferien verlief auch bestens und joah, sonst muss ich doch echt mal erwähnen, dass hier bei mir ungeahnte hausfrauliche Fähigkeiten ans Tageslicht treten. Kochen und backen machen tatsächlich Spaß, man mag es kaum glauben. Kommentare zu meinen Kochkünsten dorthin, wo sie hingehören und wenn nicht, wird bitte für immer geschwiegen!

Um mal zum eigentlichen Punkt zu kommen: Aline und ich waren heute mit der Freundin von Prinzessin Mia von Genovien aus „Plötzlich Prinzessin“ in Cheddar. Verblüffende Ähnlichkeit und mindestens genauso freakig, aber so haben Aline und ich es gleich noch mal nen Zacken lustiger gehabt als ohnehin schon. Ach ja, bevor hier das große Grübeln ausbricht, ja es ist DAS Cheddar und ja, dort gibt es Käse. Der und die alten Höhlen des Cheddar Gorge sind aber auch das einzige, was der Ort so an touristischen Attraktionen zu bieten hat. Das lassen neben unseren Beobachtungen jedenfalls auch die Reaktionen der Engländer erahnen, denen man berichtet, man würde einen Ausflug nach Cheddar machen. Aber egal, uns hat es nämlich richtig gut gefallen und länger als einen Tag muss man ja auch nicht bleiben, wenn man nicht will. Wir haben unseren Aufenthalt jedenfalls genutzt, um uns alles anzugucken, was uns so in die Quere kam. Beine vertreten musste nach der Busfahrt allerdings auch unbedingt sein. Ich habe noch nie solange in einem Bus gesessen, der nur 24 km zurücklegen muss – das Ganze hat fast anderthalb Stunden gedauert. War jetzt aber auch nicht so schlimm, weil die Landschaft mal wieder ein Traum war. Ich kann es kaum erwarten das alles im Frühjahr und Sommer zu sehen und dann bei nem Pint Cider im Biergarten einer der vielen kleinen Cider Farms zu sitzen, aber zurück nach Cheddar. Das ist nämlich nicht nur Englands Käse-Hauptstadt, sondern auch Heimat von Höhlenmenschen und einer richtig tollen Höhle, die auf „Herr der Ringe“ getrimmt ist. Gibt noch eine weitere, in der man sich über alles Theoretische informieren kann, also wann welche Gesteinsart entstanden ist, wo sich weitere unterirdische Höhlen befinden und was denn nun eigentlich der immer wieder vergessene Unterschied zwischen Stalaktiten und Stalagmiten ist, von denen ich bis eben fälschlicherweise dachte, sie hießen Stalakniten, aber die viel lustigere Höhle ist die, in der man sich auf die Suche nach einem Kristall macht, der von einem großen Feuer spuckenden Drachen bewacht wird. Blöderweise waren Aline und ich vom Rest der Höhle sowas von hin und weg, dass wir vor lauter Fotos und Rumgeblödel das Ende vollkommen verpasst haben. Also gab’s für uns nur den Kristall, aber keine Showeinlage von seinem Hüter. Dafür konnten wir uns dann im prähistorischen Museum nochmal so richtig austoben, nachdem wir uns brav mit Richard Cox Gough’s Biographie, Steinzeitmenschen im Allgemeinen, dem Feuermachen und Jagen sowie Kannibalismus beschäftigt haben. Neben den Ausstellungsstücken zum Thema Höhlenmalerei gab es nämlich eine Plexiglaswand auf der man nach Herzenslust mit roten, gelben und blauen Wasserfarben rumkritzeln konnte. Dass ich dabei meine helle Freude hatte, könnt ihr euch ja denken -fehlten nur noch Glitzerfarben und pinke Prinzessinnen-Aufkleber!

Aber auch der schönste Ausflug geht mal zu Ende und so haben wir uns gegen 16 Uhr auf den Weg in Richtung Wells gemacht, von wo aus der Bus weiter in Richtung Bristol ging. Die Wartezeit haben wir uns dann mit einem Sprint zur Wells Abbey verkürzt, bevor es wieder nach Hause ging, wo Aline und ich noch ne Runde durch die City gedreht und ein Riesenrad vor’m Castle Park entdeckt haben. Juchu, ihr wisst, was das heißt. Außerdem ist hier momentan das absolute Weihnachtsfieber ausgebrochen. Das äußert sich in Deko, Deko und noch mehr Deko, Werbung für Weihnachtsmusical und lustigen Weihnachtsliedern, die ich wie immer, schon seit September singe. Aber ist ja nichts Neues für euch, ne?

*** English version:

Shame on me! I haven’t written anything for ages, but I’ll be a god girl again and try to get you as up to date as possible. To defend myself, I did not forget you, but I was just terribly busy, my last entry disappered somewhere on my laptop and yes, that’s basically the main reasons for me not writing. But okay, as you can see, I survived the Gay Fawkes Night including all the fireworks and my first week at school after the first term break and yepp, everything else is fine as well. What should be mentioned as well: I am just discovering my housewife skills – cooking and baking can be real fun, I can’t believe it. All those who want to leave comments know where to do that – the other ones may keep silent until the end of their days!

But to get to the point of this post: Aline and me went to Cheddar with Princess Mia of Genovia’s best friend herself. Their resemblence and daftness was amazing, but so Aline and me had even more fun than we’d have anyway. Ah and to make things clear: Yes, it was THE Cheddar and yes, there was cheese, which by the way seems to be the only tourist attraction along with the caves of the Cheddar Gorge. But okay, we didn’t plan to stay there for ages so everything was fine and we had a really good time down there exploring everything we could get. That was absolutely necessary anyway as the 18 miles to go there took us almost one and a half hour – by far the longest trip I’ve ever had by bus when you relate it to the really short way. But it was only half as horrible as it might sound now as the landscape was really nice and I am already looking forward to having a nice pint of Cider in one of the beer gardens of one of the dozens of Cider Farms during summer time down there, but let’s get back to Cheddar, which is not only England’s capital of cheese, but also home of ancient cave men and a really amazing cave that kind of works with the “Lord of the rings“ characters. There is also another cave where you can get a lot of theoretical information on the origins of certain rocks, further cave systems and the difference between stalactites and stalagmites, that you’ll forget again as soon as you leave the cave anyway. But the real highlight was the cave in which you could go on a quest for a crystal protected by a fire spitting dragon. Unfortunately, Aline and I enjoyed the cave that much that we spent ages at each station taking millions of pictures or fooling around and guess what, we missed the final. When we finally arrived in the last cave the show was already over and there was only the crystal left, but we could luckily go wild in the prehistoric museum after dealing with Richard Cox Gough’s biography, cave men in general, hunting, starting a fire and cannibalism, because there was an awesome wall made of plexiglas next to some exhibits of cave-painting and you could doodle on it with red, yellow and blue water colours. Guess you can figure out who was definitely having fun with it – the only thing missing were glitter colours and some pink Disney princess stickers!

But all good things come to an end and so we went back to Wells at about 4 pm where we had a quick glance at the Abbey before heading towards Bristol again, where Aline and I did some window and DVD shopping and discovered a big wheel opposite the Galleries and directly in front of the Castle Park. Guys, you know what that means!

Furthermore, I’d like to officially announce that the Christmas season has started over here. Symptoms: Christmas decorations, decorations and more decorations, adverts for Christmas musicals and me singing the funny Christmas songs I am already singing in September anyway. But that’s nothing new, is it?

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Weitere Seltsamkeiten or How bizarre

Um meine Gedanken zu einigen britischen Gepflogenheiten mal kurz und knapp mit ‘nem Songtitel aus dem 90ern zusammen zu fassen – „How bizarre“ von OMD trifft es hervorragend. Uns sind hier in den letzten Tagen schon wieder so seltsame Dinge unter gekommen, dass ich das hier unbedingt mal wieder für die Allgemeinheit aufschreiben muss:

1) Der Teddy

In einem kleinen süßen Laden des National Trust in Bath oder war es ein Laden, in dem früher mal der National Trust war? Nun ja, wie auch immer, in diesem Laden mit der National Trust Aufschrift eben, haben wir ihn entdeckt – einen kleinen wuscheligen Teddy, der aber, wie sich bei näherer Betrachtung der Verpackung herausstellte, kein gewöhnlicher Teddy war, sondern einer, der nach Lavendel duftet und in der Mikrowelle zum Kuscheln aufgeheizt werden kann. Wie bekloppt ist sowas denn bitte? Tut’s nicht auch ‘ne einfach Wärmflasche und wenn die schon nicht genug ist, warum muss der Partnerersatz dann auch noch nach Lavendel riechen? Ich will außerdem gar nicht wissen, welchen Knacks Kinder wegkriegen, wenn sie sehen, dass Mami ihren Teddy in die Mikrowelle stopft. Böse, böse!

2) Der Peilsender

Gestern wollten Aline und ich nach ausgedehnter Shoppingtour im Cabot Circus, der Mall und dem Broadmead Shopping Centre dringend irgendwo was essen gehen und weil Charlotte letztens meinte, das 50er Jahre Restaurant „Frankie & Benny’s“ sei ganz gut, sind wir da doch einfach mal hinspaziert. War zur Mittagszeit natürlich brechend voll, also gab’s nicht gleich ‘nen Tisch. Dafür bekamen wir allerdings ‘nen Peilsender in die Hand gedrückt, der uns durch Vibrieren und Blinken signalisiert, wann unser Tisch frei ist. Bisschen komisch ist das schon, aber so garantiert man natürlich, dass die Leute während des Wartens im Einkaufszentrum nicht einfach in eines der vielen anderen Restaurants gehen. Ziemlich clever, wenn ihr mich fragt!

3) Verkleidungen

Also ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkommt oder ob es tatsächlich so ist, aber meine Beobachtungen sagen mir: Engländern haben ‘nen absoluten Verkleidungsfetisch! Hier finden irgendwie an jedem Wochenende irgendwelche Kostüm- und Mottoparties mit Kostümzwang statt und auch sonst stehen vorzugsweise Mädels und Frauen darauf, sich irgendwelche Bunnyschwänze an ihre Hotpants zu kleben oder mit Hasenohren, Fühlern oder Schmetterlingsflügeln ausgestattet durch die Pubs zu schwirren. Gestern hab ich das ja eingesehen, war auch Halloween, aber sonst ist das doch reichlich schräg, wenn bereits eine Woche vorher alle mit blutverschmierten Hälsen, Messern im Kopf oder im Jack the Ripper-Kostüm durch Bristol spazieren. Ganz zu schweigen von den Millionen von sexy Krankenschwestern oder Polizistinnen, die hier jedes Wochenende um die Häuser ziehen, aber hey, das ist England!

*** English version:

I do only need the titel of one song from the 90s to sum up my thoughts on some English habits – „How bizarre“ by OMD. We saw and experienced so many weird things during the last week that I have to tell you about at least three of them:

1) The Teddy

In a small shop of the National Trust in Bath or was it a shop that belonged to the National Trust in earlier days? Well anyway, in the shop with the National Trust Sign we found it – a cute little teddy bear that did not only turn out to smell of lavender, but that was also meant to be microwaved. How weird is that, please? Isn’t a hot-water bottle enough if your partner is missing? Does it have to smell of lavender? Absolutely strange, if you ask me and I do not even want to think about all the traumatised kids that saw their mother’s putting their beloved teddy into the microwave. Bad, bad thing!

2) The tracking transmitter

Yesterday, Aline and I wanted to have some lunch after a long shopping tour through Cabot Circus, the Mall and Broadmead and because Charlotte told me the restaurant “Frankie & Benny’s“ was a good place to eat, we went there and asked for a table. Well, at as it was lunchtime and there were many people around, we didn’ get a table, but a tracking transmitter telling that told us when our table was free by vibrating and flashing. Bit strange, but doing that you somehow guarantee that your gueast come back and do not go to another restaurant in the meantime Pretty clever, I think!

3) Fancy dresses

Well, I do not know if it is really like that or if it just seems to be like that, but according to my observational research the English have a fetish for fancy dresses. There are fancy dress parties taking place every weekend and if it comes to happen that there is none of them the Brits dress up nevertheless – especially girls and women. They pin bunny tails onto their hotpants or go clubbing equipped with bunny ears, the wings of butterflies or feelers. It was okay for yesterday as it was Halloween, but it is kind of weird to see bloody necks, knifes in heads or blokes dressed up as Jack the Ripper himself at least one week before, not to mention all the sexy nurses and police women painting the town red every single weekend, but hey, that’s England!

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